Der Spezialist für Hotel und Gastronomie
23. Dezember 2021

Leuchtturmcharakter: Greif-Gruppe hat neuen Tarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen

Nach ihrem Austritt aus dem Arbeitgeberverband intex hat die Greif-Gruppe ein eigenes Tarifwerk mit der IG Metall Bayern abgeschlossen. Die neuen Tarifverträge treten am 1.7.2022 in Kraft. Bis dahin werden in der Unternehmensgruppe die Voraussetzungen geschaffen. Die neuen Regelungen betreffen ca. 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Nach ihrem Austritt aus dem Arbeitgeberverband intex im Jahr 2019 hat die deutschlandweit tätige Greif-Gruppe mit Hauptsitz in Augsburg einen neuen Tarifvertrag mit der IG Metall Bayern abgeschlossen. Dieser gilt zunächst für die Unternehmen in Bayern soll aber auch für die anderen Standorte sowie für Wettbewerber Leuchtturmcharakter haben. „Das alte Tarifwerk war einige Jahrzehnte alt und in der Praxis so nicht mehr anwendbar“, sagt Markus Greif, Inhaber und Geschäftsführer der Unternehmen der Greif-Gruppe. „Zudem waren wir im Arbeitgeberverband das letzte Mitgliedsunternehmen im Kernmarkt Textilservices für Hotellerie und Gastronomie. Die Bindung an dieses Tarifwerk wirkte also wettbewerbsverzerrend.“ Mit dem Austritt gab das Unternehmen an, seine gute Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung sichern zu wollen. „Insbesondere in einem von Corona geprägten Jahr, in dem wir wieder einmal erhebliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hatten, haben wir auch unsere Mitarbeiter vor einige Herausforderungen gestellten“, sagt Martin Greif ebenfalls Inhaber und Geschäftsführer im Hinblick auf die im Unternehmen coronabedingt eingeführte Kurzarbeit. „Mit dem neuen Tarifwerk wollen wir uns auch bei unseren Mitarbeitern erkenntlich zeigen, diese Durststrecke mit uns mitgegangen zu sein“, so die beiden Brüder weiter.

Das Unternehmen arbeitet seit einigen Jahren an dem Ziel einer einheitlichen tariflichen Lösung

Nach Aussage der Unternehmensleitung war es seit dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband immer Ziel, einen neuen Tarifvertrag für eine größere Anzahl an Mitarbeitern einzuführen. „Wir standen jederzeit für Verhandlungen eines neuen Tarifvertrags bereit“, sagt Helmut Börner, Geschäftsführer der bayrischen Unternehmen der Greif-Gruppe. „Im Laufe des Jahres 2021 haben wir uns dann tatsächlich mit der IG Metall zusammengefunden und ein modernes und zeitgemäßes Tarifwerk geschaffen.“ Nach insgesamt 8 Monaten der Vorbereitung wurden die verhandlungsrelevanten Inhalte an zwei Verhandlungstagen mit insgesamt 24 Stunden vereinbart.

Zahlreiche Verbesserungen für die Mitarbeiter

Zudem wird die Tarifbindung ausgeweitet: Bislang war lediglich das Unternehmen in Augsburg tarifgebunden. Die neuen Tarifverträge wurden aber bewusst mit allen Unternehmen der Greif-Gruppe in Bayern geschlossen. „Wir verfolgen hiermit auch das Ziel, die Arbeitsbedingungen innerhalb der Greif-Gruppe zu harmonisieren. So wollen wir unser Profil als sozialer Arbeitgeber weiter schärfen“, sagt Florian Oehler, Leiter Human Resources, der die Verhandlungen mit der IG Metall federführend übernahm. Insgesamt schüttet die Greif-Gruppe mit dem neuen Tarifwerk zusätzlich zwischen 4 und 5 Mio. Euro bis 2027 an die Mitarbeiter aus. „Neben einer neuen Entgelttabelle haben wir auch eine jährliche Erhöhung von 2,5% für die nächsten fünf Jahre beschlossen“, sagt Christian Mewes, Vorsitzender des Betriebsrats in Augsburg, der auf der Seite der Arbeitnehmer mitverhandelt hat.

Zur Greif-Gruppe-Süd gehören

  • Walter Greif GmbH & Co. KG (Sitz in Augsburg) (ca. 100 Mitarbeiter)
  • Greif Textilservice GmbH & Co. KG (Sitz in Augsburg) (ca. 500 Mitarbeiter)
  • Greif Süd GmbH (Sitz Wolfratshausen) (ca. 200 Mitarbeiter)
  • Greif Nordbayern GmbH (Sitz Cadolzburg) (ca. 150 Mitarbeiter)

Die Greif-Gruppe bearbeitet mit den Marken Greif Textile Mietsysteme, diemietwaesche.de und dieGesundheitsWäsche deutschlandweit mit insgesamt 1.350 Mitarbeitern an 9 Standorten ca. 370 Tonnen Wäsche pro Tag. Seit 2020 hat die Greif-Gruppe aufgrund der coronabedingten Schließungen von Hotels und Gastronomie ca. 50% ihres Umsatzes eingebüßt und war gezwungen flächendeckend Kurzarbeit einzuführen.

Verbesserungen durch den neuen Tarifvertrag in der Übersicht

Regelungen bisher

 

neuer Tarifvertrag

TV galt für 500 MA

gilt für 1.000 MA

überwiegend Branchenübliche Vergütung (Mindestlohn)

Überdurchschnittliche Vergütung über Mindestlohn

überwiegend kein Urlaubsgeld

23% Urlaubsgeld mit Möglichkeit der Umwandlung in 5 Urlaubstage

überwiegend kein Weihnachtsgeld

23% Weihnachtsgeld

überwiegend Arbeitszeit 40 Stunden pro Woche

Arbeitszeit 39 Stunden pro Woche

Leistungsgerechte Vergütung durch Betriebsvereinbarung

Leistungsgerechte Vergütung abgesichert durch Tarifvertrag

 

 

 

Ansprechpartner Presse:

Florian Oehler
Leiter Human Resources

Florian.Oehler@greif-gruppe.de

Fon +49 151 1943 1114